Regulatorische Toxikologie

Die nächste Durchführung des Seminars ist für das 2. Quartal 2020 geplant. Wir befinden uns gerade in der Abstimmung zu den Terminen. Bitte beachten Sie die Homepage für Aktualisierungen oder kontaktieren Sie unser Marketing unter info@chem-academy.com. Hier finden Sie den Link zur vorherigen Veranstaltung.

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Zielsetzung

Das zweitägige Seminar behandelt die regulatorische Toxikologie und ihren Bezug zu globalen Chemikaliengesetzgebungen. Am Beispiel der REACH-Verordnung wird die zentrale Bedeutung von toxikologischen Erkenntnissen und Methoden für die Bewertung von chemischen Stoffen und Gemischen erläutert. Die vermittelten Konzepte sind in zahlreichen regulierten Bereichen anwendbar. Die Toxikologie durchdringt in vielfältiger Weise den Komplex der Chemikaliengesetzgebung. Sie ist eine vielschichtige Wissenschaft mit vielen verschiedenen Teilgebieten und interdisziplinären Anknüpfungspunkten. Dazu gehören die experimentelle Toxikologie, Aufklärung von Wirkmechanismen, in vivo, in vitro und in silico Prüfmethoden, aber auch Erkenntnisse der Epidemiologie sind tragende Elemente bei der Umsetzung der regulatorischen Toxikologie.

Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in die Methoden sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Toxikologie zu vermitteln. Neben den theoretischen Grundlagen werden die Teilnehmer des Seminars in praktischen Übungen in die Lage versetzt, kritisch zu bewerten, welche Aussagekraft toxikologische Studien für die Bewertung von Chemikalien haben und wie Unternehmen diese für die Bewertung ihres Portfolios, bei der Entwicklung neuer Stoffe oder der Auswahl geeigneter Substitutionskandidaten nutzen können.

Zeitlicher Ablauf

Tag 1:
08.30 Empfang mit Kaffee und Tee, Ausgabe der Unterlagen
09.00 Beginn des Seminars
17.00 Ende des Seminars

Tag 2:
08.30 Beginn des Seminars
16.30 Ende des Seminars

Die Zeiten für Kaffeepausen und Mittagessen werden an den beiden Tagen flexibel festgelegt.

Agenda

1. Teilgebiete, Möglichkeiten und Grenzen der Toxikologie
Im ersten Abschnitt werden die Grundlagen der Toxikologie und ihre relevanten Schwerpunkte behandelt. Die Teilnehmer erfahren, welche Vertiefungen innerhalb der Toxikologie insbesondere für die Bewertung von Industriechemikalien bedeutsam sind. Ebenso werden die Verbindungen der Toxikologie zu zahlreichen verwandten Fächern erläutert. Hier spielen u.a. die Pharmakologie, die Chemie, die Innere Medizin oder die Genetik eine Rolle.
• Teilgebiete und verwandte Forschungsbereiche der Toxikologie
• Gefahr und Risiko
• Systematische und lokale/akute und chronische Effekte
• Welche Arten von toxikologischen Studien sind notwendig?
• Anforderungen an die Toxikologie als qualitative Wissenschaft
• Wie interpretiert man Ergebnisse solcher Studien?
• Was sind die wissenschaftlichen Grenzen der Toxikologie?
• Grenzen zur Expositionswissenschaft<7P>

2. Wirkmechanismen und Methoden
Eine zentrale Rolle spielen für die chemische Industrie bei der Stoffbewertung die Wirkmechanismen: Sie dienen der Erklärung und helfen bei Extrapolationen. Das Seminar wendet sich den Grundlagen der Bewertung zu und setzt drei miteinander korrespondierende Schwerpunkte: Die Wirkmechanismen werden zunächst auf theoretischer Basis untersucht. Anschließend setzen sich die Teilnehmer mit den wissenschaftlichen Methoden für den Nachweis eben dieser vermuteten Wirkmechanismen auseinander. Zuletzt befassen sich die Teilnehmer mit der auch für die Bewertung toxikologischer Studien elementaren Frage, welche Folgerungen für realistische Expositionsszenarien möglich sind und wie Hypothesen und erste gewonnene Erkenntnisse sinnvoll verdichtet werden können. Beispielhaft werden anhand chemischer Stoffe die Zusammenhänge von toxischen Effekten, Expositionen und Wirkorten diskutiert.
• Relevante Wirkmechanismen
• Toxikodynamik und Toxikokinetik
• Dosis-Wirkungsbeziehungen
• Wissenschaftliche Methoden anhand von Praxisbeispielen
• In vitro, in vivo, in silico
• Welche Erkenntnisse lassen sich für realistische Expositionsszenarien ableiten?

3. Einführung in die arbeitsmedizinische Epidemiologie
Der Beitrag der Epidemiologie wird in einem thematischen Einschub dargestellt. Hier sollen gängige epidemiologische Verfahren beschrieben werden. Ein zentraler Punkt ist dabei die Definition der relevanten Studientypen. Darüberhinaus diskutieren die Teilnehmer, welche Datenlücken unter besonderen Umständen hinzunehmen bzw. unvermeidbar sind.
• Zum Unterschied zwischen toxikologischen und epidemiologischen Studien
• Grundlegende Studientypen der arbeitsmedizinischen Epidemiologie
   - Kohortenstudien
   - Fall-Kontroll-Studien
• Was sind Indikatoren für Kausalität oder Assoziation?
• Methodische Besonderheiten bei Studien in der Arbeitswelt
   - Healthy-Hire-Effekt
   - Healthy-Worker-Survivor-Effekt
• Welche Daten benötigt man für eine epidemiologische Studie im betrieblichen Kontext?
• Systematische Reviews und Meta-Analysen zur übergreifenden Analyse von Zusammenhängen

4. Regulatorische Toxikologie
Globale Chemikalienregulierungen sind auf zahlreiche toxikologische Studien angewiesen. Die Ergebnisse dienen unterschiedlichen Zwecken: vor allem der Gefahren-, bzw. Hazard- und Risikobewertung, aber auch der Priorisierung von besonders besorgniserregenden Stoffen, die beschränkt oder mit Verwendungsverboten belegt werden sollen. Am Beispiel der REACH-Verordnung werden einige konkrete Aufgaben behandelt, mit denen sich die Produktsicherheit in der chemischen Industrie beschäftigt. Hierbei geht es zum einen um das Erfüllen von gesetzlich festgelegten Informationsanforderungen, die Bewertung vorhandener Studien und das Erstellen intelligenter Teststrategien für die Durchführung neuer Studien. Zum anderen geht es um die Verwendung der Informationen für die Einstufung von Gefahrstoffen (GHS/CLP), die Auswahl geeigneter Risikominderungsmaßnahmen und das Ableiten von sicheren Grenzwerten (DNELs) für Arbeiter, gewerbliche Anwender und Endverbraucher.
• Bewertung der Qualität toxikologischer Studien
• Beispiel für integrierte Teststrategien (IATA)
• Ableitung von Grenzwerten für Arbeiter und Verbraucher (DNELs)
• Verbraucherschutz: Umgang mit tatsächlichen und befürchteten Gefahren
• Ansätze für Risk-Benefit-Assessments

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