Regulatorische Toxikologie

4. und 5. September 2017, Bonn
26. und 27. Februar 2018, Frankfurt am Main

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Agenda

Programm als PDF

1. Teilgebiete, Möglichkeiten und Grenzen der Toxikologie
Im ersten Abschnitt werden die Grundlagen der Toxikologie und ihre relevanten Schwerpunkte behandelt. Die Teilnehmer erfahren, welche Vertiefungen innerhalb der Toxikologie insbesondere für die Bewertung von Industriechemikalien bedeutsam sind. Ebenso werden die Verbindungen der Toxikologie zu zahlreichen verwandten Fächern erläutert. Hier spielen u.a. die Pharmakologie, die Chemie, die Innere Medizin oder die Genetik eine Rolle.

Der einführende Abschnitt wird mit einer exemplarischen Analyse abgeschlossen, der aktuell Gegenstand intensiver Diskussionen ist: Welche Erkenntnisse trägt die Toxikologie zu der Bewertung endokriner Disruptoren bei? Was sind nur Vermutungen bzw. Spekulationen zu Industriechemikalien? Und welche gesicherten Erkenntnisse gibt es?

  • Teilgebiete und verwandte Forschungsbereiche der Toxikologie
  • Unter welchen Umständen können toxikologische Studien zur Bewertung von Industriechemikalien einen Beitrag leisten? Welche Arten von Studien sind notwendig?
  • Anforderungen an die Toxikologie als qualitative Wissenschaft
  • Wie interpretiert man Ergebnisse solcher Studien?
  • Was sind die wissenschaftlichen Grenzen der Toxikologie?
  • Grenzen zur Expositionswissenschaft
  • Epidemiologie
  • Der Beitrag der Toxikologie am Beispiel der endokrin wirksamen Substanzen

 

2. Wirkmechanismen und Methoden
Zu Beginn dieses Abschnitts werden toxische Verbindungen anhand der wesentlichen Kriterien eingeteilt. Eine zentrale Rolle spielen für die chemische Industrie bei der Stoffbewertung die Wirkmechanismen: Sie dienen der Erklärung und helfen bei Extrapolationen. Das Seminar wendet sich den Grundlagen der Bewertung zu und setzt drei miteinander korrespondierende Schwerpunkte: Die Wirkmechanismen werden zunächst auf theoretischer Basis untersucht. Anschließend setzen sich die Teilnehmer mit den wissenschaftlichen Methoden für den Nachweis eben dieser vermuteten Wirkmechanismen auseinander. Zuletzt befassen sich die Teilnehmer mit der auch für die Bewertung toxikologischer Studien elementaren Frage, welche Folgerungen für realistische Expositionsszenarien möglich sind und wie Hypothesen und erste gewonnene Erkenntnisse sinnvoll verdichtet werden können. Beispielhaft werden anhand chemischer Stoffe die Zusammenhänge von toxischen Effekten, Expositionen und Wirkorten diskutiert.

  • Einteilung toxischer Verbindungen
  • Relevante Wirkmechanismen
  • Toxikodynamik und Toxikokinetik
  • Wissenschaftliche Methoden anhand von Praxisbeispielen
  • In vitro
  • In vivo
  • Welche Erkenntnisse lassen sich für realistische Expositionsszenarien ableiten?

 

3. Einführung in die arbeitsmedizinische Epidemiologie
Der Beitrag der Epidemiologie wird in einem thematischen Einschub dargestellt. Hier sollen gängige epidemiologische Verfahren beschrieben werden. Ein zentraler Punkt ist dabei die Definition der relevanten Studientypen. Darüberhinaus diskutieren die Teilnehmer, welche Datenlücken unter besonderen Umständen hinzunehmen bzw. unvermeidbar sind.

  • Zum Unterschied zwischen toxikologischen und epidemiologischen Studien
  • Grundlegende Studientypen der arbeitsmedizinischen Epidemiologie
    - Kohortenstudien
    - Fall-Kontroll-Studien
  • Was sind Indikatoren für Kausalität oder Assoziation?
  • Methodische Besonderheiten bei Studien in der Arbeitswelt
    - Healthy-Hire-Effekt
    - Healthy-Worker-Survivor-Effekt
  • Welche Daten benötigt man für eine epidemiologische Studie im betrieblichen Kontext?
  • Systematische Reviews und Meta-Analysen zur übergreifenden Analyse von Zusammenhängen

 

4. Regulatorische Toxikologie
REACH als Kern der europäischen Chemikalienregulierung ist auf zahlreiche toxikologische Studien angewiesen. Diese betreffen neue Substanzen, aber auch SVHCs sowie die zunehmende Anzahl von Stoffen der Kandidatenliste. Im letzten Abschnitt des Seminars wird der Kreis hin zu den sehr konkreten Aufgaben geschlossen, mit denen sich die Produktsicherheit in der chemischen Industrie aktuell beschäftigt. Hier stehen die Folgerungen im Mittelpunkt, die zum einen für den betrieblichen Arbeitsschutz als auch den Schutz gewerblicher Anwender, zum anderen für den des Verbrauchers zu ziehen sind.

  • Toxikologische Studien zu REACH-relevanten Themen
  • Arbeitsmedizin: Betrieb und gewerbliche Anwender
  • Verbraucherschutz: Umgang mit tatsächlichen und befürchteten Gefahren
  • Ansätze für Risk-Benefit-Assessments

 

Zeitlicher Ablauf

Tag 1:
08.30 Empfang mit Kaffee und Tee, Ausgabe der Unterlagen
09.00 Beginn des Seminars
17.00 Ende des Seminars

Tag 2:
08.30 Beginn des Seminars
16.00 Ende des Seminars

Die Zeiten für Kaffeepausen und Mittagessen werden an den einzelnen Tagen flexibel festgelegt.

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