Sicherheitsdatenblatt

21. bis 23. Mai 2012
8. bis 10. Oktober 2012
Köln

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Agenda

Programm als PDF

Seminarzeiten:

Tag 1: 09:00 - 17:00 (Registrierung ab 08:30)
Tag 2: 09:00 - 17:00
Tag 3: 08:30 - 16:00

(Die Zeiten für Kaffeepausen und Mittagessen werden an den einzelnen Tagen flexibel festgelegt.)

1. Tag

Gefahrstoffinformation mit dem Sicherheitsdatenblatt als zentralem Instrument

Unter der Leitung von Dr. Eva Lechtenberg-Auffarth und Dr. Thea Hammerschmidt, Gruppe 4.6 Gefahrstoffmanagement, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA

Am ersten Veranstaltungstag werden die rechtlichen Grundlagen sowie die mit dem Sicherheitsdatenblatt als Instrument verbundenen Intentionen im Mittelpunkt stehen. Dazu wird das SDB zunächst in den umfassenderen Kontext unterschiedlicher Gefahrstoffinformation gestellt. Die grundlegenden Prinzipien der Gefahrstoffinformation werden dabei ebenso behandelt wie die Zielsetzungen, die mit GHS/CLP verfolgt werden. In einem weiteren Abschnitt wird der gerade aus Behördensicht vorhandene Optimierungsbedarf im Informationsmanagement thematisiert. Hier sollen aktuelle Initiativen zum Umgang mit den gegenwärtigen Herausforderungen, die sich insbesondere durch komplexe Anforderungen aus der Verordnung EU1907/2006 (REACH) ergeben, reflektiert werden. Auf dieser Basis werden Details vertieft. Das Sicherheitsdatenblatt dient als Instrument der gefahrstoffbezogenen Informationsübermittlung innerhalb der Lieferkette: Kommunikationsnotwendigkeiten up- als auch downstream. Betroffene und ihre Rollen sind hierfür zu definieren und inhaltlich präzise zu erfassen. Von zentraler Bedeutung sind die mit dem SDB verbundenen Rechte und Pflichten, die von der Industrie umzusetzen sind. Schließlich sollen, da die strukturellen Neuerungen in der Gefahrstoffinformation auf bewährte Grundlagen aufsetzen, eben diese Neuerungen genauer untersucht werden: Was ändert sich in formaler Hinsicht? Was wiederum sind Änderungen, die erheblichen Einfluss auf das interne Informationsmanagement oder die Kommunikation in der Lieferkette haben?

Grundzüge einer strukturierten Gefahrstoffkommunikation

  • Grundelemente der Gefahrstoffkommunikation (Einstufung, Kennzeichnung, SDB)
  • Ziele und Entwicklung des Systems
  • Anwendbarkeit der Grundelemente in verschiedenen Rechtsbereichen
  • Chemikalieninformation oder Gefahrstoffkommunikation: Welche Stoffe werden durch CLP/SDB erfasst, welche nicht?
  • Sicherheitsdatenblatt und Kennzeichnung als Elemente der Makrostruktur in der Gefahrstoffkommunikation
  • Welche anderen relevanten Informationsstrukturen gibt es?

Rahmenbedingungen im betrieblichen Informationsmanagement

  • Betriebliches Gefahrstoffmangement mit dem SDB
  • SDB als Instrument für Arbeitsschutz, Umweltschutz und andere Zielgruppen
  • Welche Informationsbedürfnisse deckt das SDB ab?
  • Welche ergänzenden Informationen sind zur Gefährdungsermittlung erforderlich?
  • Das SDB als Informationsinstrument für REACH-Informationen
  • Nutzen und Pflichten durch die Informationen aus REACH

Das Sicherheitsdatenblatt als Instrument zur Informationsübermittlung in der Lieferkette

  • Intention und Nutzen von Expositionsszenarien im SDB
  • Expositionsszenarien über den gesamten Lebenszyklus von Stoffen
  • Betroffene Unternehmen und Rollen in der Lieferkette (Hersteller, Formulierer, gewerblicher Endverbraucher) unter REACH und der GefStoffV
  • Auswertung von Expositionsszenarien und Pflichten durch Expositionsszenarien Konsolidierung von Expositionsszenarien
  • Synergien von Technischen Regeln, Branchenlösungen, Schutzleitfäden und Expositionsszenarien

Pflichten der Ersteller und Abnehmer von Sicherheitsdatenblättern

  • Pflichten der Lieferanten mit Bezug auf das SDB (wer, wie, was, wann, wie oft)
  • Informationspflichten der Lieferanten abseits des Sicherheitsdatenblatts
  • Weitere bestehende Pflichten der Lieferanten
  • Pflichten und Rechte der Abnehmer von Sicherheitsdatenblättern
    - Kommunikation in der Lieferkette
    - Information der Arbeitnehmer
    - Aufbewahrung

Relevante Neuerungen des SDB im Detail

  • Praktische Auswirkungen der REACH-Frist vom 1. Dezember 2010: Anpassung von REACH-Anhang II an den GHS-Annex 4 (Sicherheitsdatenblatt)
  • Grenzen der Informationspflichten: Wie können Hersteller ihre Rezepturen schützen?
  • Umfang und Gliederung der Informationen in einzelnen Kapiteln
  • Sorgfaltspflichten bei der Informationsgenerierung

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2. Tag

Anforderungen an das Sicherheitsdatenblatt aus der Perspektive des Herstellers

Unter der Leitung von Karin Merkl, Associate Manager Regulatory Affairs, Merck KGaA

Nachdem der regulatorische Rahmen abgesteckt ist, werden am zweiten Seminartag die spezifischen Herausforderungen der Industrie thematisiert. Bewusst wird die Perspektive der Hersteller gewählt; mit Blick auf die Schnittstelle zum nachgeschalteten Anwender werden auch die hier bestehenden Anforderungen implizit behandelt. In den einzelnen Abschnitten verlagert das Seminar den Fokus vom eher Allgemeinen zu den kritischen Details, die rund um das Sicherheitsdatenblatt zu beachten sind und aus denen sich die sehr konkreten Aufgaben für die im Betrieb Verantwortlichen ableiten.

In zwei Abschnitte ist dabei die Betrachtung der Neuerungen unterteilt: Hier werden die Teilnehmer zwischen technischen und inhaltlichen Neuerungen differenzieren. Beide Themenblöcke führen wiederum zu detaillierten Fragestellungen, die frühzeitig in Angriff genommen werden müssen. Zentrale Herausforderungen sind beispielsweise die Umstellung des Layouts, die Migration vom alten in das neue Format oder - dies ein dauerhafter Stolperstein - die Frage, wie mit Inkonsistenzen umzugehen ist: Was sind praxistaugliche Lösungsansätze, wenn identische Stoffe durch unterschiedliche Lieferanten unterschiedlich eingestuft werden? Schwerpunkt des Tages wird stets die Überlegung sein, mit welchen Implikationen durch die neuen Anforderungen an Sicherheitsdatenblätter Unternehmen zu rechnen haben. Nicht zuletzt werden die organisatorischen Herausforderungen skizziert, die sich für die Sachkundige Person ergeben, die nun mit dem Management der Sicherheitsdatenblätter zu betrauen ist und die in der Folge der REACH-EN-FORCE-Projekte auch zum Gegenstand behördlicher Inspektionen geworden ist.

Konzeptionelle Herausforderungen durch das Sicherheitsdatenblatt an Hersteller

  • Technische und inhaltliche Neuerungen im Überblick
  • Umgang mit Übergangsfristen in der Praxis
  • Schwerpunkte und Hilfsmittel, z.B. die 'Guidance on the Compilation of Safety Data Sheets' der ECHA
  • Herausforderungen an der Schnittstelle Hersteller/nachgeschalteter Anwender
  • Zeitmanagement in der Umstellungsphase

Technische Neuerungen durch das SDB

  • Identifikation von Anpassungsbedarf an die neuen Regelwerke
  • Erforderliche Umstellungen des Layouts
  • Vorgehensweise bei der Überführung vom alten in das neue Format
  • Entwicklung des Layouts für das erweiterte Sicherheitsdatenblatt (eSDB)
  • Entwicklung eines Austauschformates und eines Phrasenkatalogs

Inhaltliche Neuerungen: Anforderungen an den Hersteller

  • Definition der Sachkundigen Person: Wer sollte für das SDB verantwortlich sein?
  • Nach der Veröffentlichung des Inventars durch die ECHA: Umgang mit unterschiedlichen
  • Einstufungen in der betrieblichen Praxis
  • Ansätze zum Umgang mit Inkonsistenzen

Kritische Details der einzelnen Abschnitte im SDB

  • Die ECHA Guidance zum neuen Sicherheitsdatenblatt
  • Relevante Übergangsfristen für die Industrie
  • Zu erwartender Rechercheaufwand für Unterabschnitte
  • Berücksichtigung von nationalen Anforderungen
  • Integration und Umgang mit unterschiedlichen Lieferanteninformationen: beispielhafte Herausforderungen
    - Unterschiedliche Expositionsszenarien
    - Umgang mit schwankenden Datenmengen und Datenqualität
    - Abweichende Einstufungen und Kennzeichnungen identischer Stoffe

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3. Tag

Scaling

Unter der Leitung von Simon Steinmeyer, Regulatory Compliance Manager, Chemetall GmbH

Am Abschlusstag des Seminars wird der Anhang II der REACH-Verordnung behandelt. Dieser beinhaltet die Anforderungen an die Erstellung des Sicherheitsdatenblattes (SDB). Ein zentrales Element sind dabei die Expositionsszenarien. In der Kommunikation zwischen Hersteller und nachgeschaltetem Anwender ist zu bestimmen, wie diese im Betrieb verarbeitet bzw. angewendet werden können. Dazu ist ein qualifizierter Abgleich der eingegangenen Expositionsszenarien mit den Bedingungen im Betrieb sowie deren Dokumentation erforderlich. Im Verlauf dieses dritten Seminartages werden unterschiedliche Scaling-Methoden besprochen und Beispiele dargestellt, indem konkrete Rechnungen durch die Teilnehmer durchgeführt werden. Ziel des Scalings ist die Überprüfung, ob die eigenen Verwendungen bei Abweichungen vom Lieferanten-Expositionsszenario noch sicher bzw. noch vom Szenario erfasst sind. Hierbei kann auf Basis linearer Korrelationen als auch, mit dann höherem Schwierigkeitsgrad, auf Basis nicht-linearer Korrelationen unterschieden werden. In diese Rechnungen fließen dann beispielsweise Variablen wie die zur Anwendung kommende Stoffkonzentration, die zu verwendende Menge und die Definition der notwendigen Risikomanagement-Maßnahmen ein.

Expositionsszenarien unter REACH

  • Expositionsszenarien (ES) als Bestandteil des Chemical Safety Reports (CSR)
  • Anforderungen an die Beherrschung von Expositionen von Mensch und Umwelt
  • Welche Informationen sind erforderlich?
  • Wie und an wen müssen die vorliegenden Informationen kommuniziert werden?
  • Bewertung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen
    - Vorhandene Informationen des Herstellers
    - Kundeninformationen
    - Vorliegende Brancheninformationen
  • Geforderte Maßnahmen bei negativem Ergebnis zum Safe Use
  • Vorgehensweise bei der Simulation von Expositionsszenarien

ES für Downstream User

  • Worauf ist beim Erstellen eines ES für Downstream User zu achten?
    - Integration externer Daten
    - Generieren eigener verwendungsspezifischer Informationen
  • Was ist bei Abweichungen von der ursprünglichen Registrierung zu tun?

Umsetzung von ES innerhalb des Unternehmens

  • Zusammenfassung der ES-Informationen des Lieferanten
  • Definition der betroffenen Schnittstellen
    - Abfallmanagement
    - Abwassermanagement/Umwelt
    - Arbeitsschutz, GHS
    - Produktion, SCM
    - Produktmanagement, Product Stewardship, Marketing
    - Fachverantwortliche für das SDB

Scaling: Anforderungen und Methoden

  • Formale Voraussetzungen, unter denen Scaling möglich ist
  • Anforderungen für nachgeschaltete Anwender

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