REACH

11. und 12. September 2017, Köln
12. und 13. März 2018, Frankfurt am Main

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Zielsetzung des Seminars

Das Seminar befasst sich in einem ganzheitlichen Sinn mit REACH und orientiert sich dabei an den einzelnen Aspekten der REACH-Verordnung auf einem fortgeschrittenen Niveau.
In diesem Sinn soll der Blick zunächst zwar auf die Aufgaben gerichtet sein, die sich rund um die letzte Registrierungsfrist im Mengenband ≥ 1 t/a bis zum Juni 2018 ergibt, aber auch auf die anhaltenden Herausforderungen gelenkt werden.
REACH verlangt von allen Betroffenen, insbesondere den Herstellern und den nachgeschalteten Anwendern, fortlaufend einen hohen Aufwand. Die regulatorische Dynamik führt dazu, dass sowohl die Bewertung von Stoffen als auch mögliche Fragen zu einer Zulassung bzw. eingeschränkten Verwendung stets aufs Neue thematisiert werden müssen. Hier zeigen sich beispielsweise die erheblichen praktischen Konsequenzen der sogenannten Kandidatenliste der ECHA, auf der als besonders besorgniserregend identifizierte Stoffe definiert werden.
Die Folgen für alle REACH-Verantwortlichen in den Unternehmen sind, dass sie sich in einem Geflecht an Aufgaben zurechtfinden müssen, das sich nicht wie durch ein Wunder in 2018 entwirren lässt: REACH bedeutet fortlaufende Verpflichtungen, prägt die Kommunikation up- und downstream in der Wertschöpfungskette, weist Synergien als auch Unterschiede mit weiteren Regelwerken zu Chemikalien auf und verlangt somit von allen Beteiligten, sich weiterhin strukturiert mit den Produkten zu befassen.
Das Seminar REACH zeigt dabei, wie Sie Compliance und wirtschaftliche Effektivität miteinander verbinden.

 

Agenda

Programm als PDF

Behördliche Erwartungen unter REACH an die Hersteller und nachgeschalteten Anwender von Chemikalien
• REACH: Stand der Umsetzung aus Sicht der zuständigen Behörden
• Herausforderungen rund um die anstehende Registrierungsfrist 2018
• Konkrete Anforderungen an die Datenlage bei der Registrierung eines Stoffes
• REACH-konforme Kommunikation in der Lieferkette
• Umgang mit SVHCs
• Bestehende Defizite nach Beobachtung der Bundesanstalt
• Perspektiven nach 2018

Registrierung
Die REACH-Verordnung verpflichtet Unternehmen, zu den in Mengen über einer Tonne pro Jahr hergestellten Stoffen Informationen zu sammeln und die mit ihnen verbundenen Gefahren und möglichen Risiken zu beurteilen. Die Registrierungsfrist für Stoffe im unteren Mengenband, d.h. zwischen 1 und 100 t pro Jahr, ist der 1. Juni 2018. Was sich leicht liest, ist beim Erstellen des Registrierungsdossiers eine Herausforderung für alle Beteiligten. Das Seminar wird sich in einem ersten Teil sowohl mit den strategischen als auch den operativen Fragestellungen zur Registrierung befassen.
• Anforderungen an die Registrierung von Phase in-Stoffen
• Möglichkeiten der Registrierung
   - Standardvorgehensweise bei der Registrierung
   - Die neuen ECHA Cloud Services
• Registrierungspflichten für Importeure
• Unter welchen Umständen lohnt es sich, einen Alleinvertreter zu beauftragen?
• Die Rolle der nachgeschalteten Anwender
• Die Kommunikation mit der ECHA und nationalen Behörden
• Anforderungen an Neuregistrierungen
• Anfallende Registrierungsgebühren

Interaktion der Industrie mit Behörde und vice versa sowie der Behörden untereinander
• Wie sind die nationalen Behörden in das europäische Konzept der Chemikalienregulierung    eingebunden?
• Erfolgsgeschichten aus der öffentlichen Konsultation: Welchen Einfluss kann die Industrie    nehmen?
• Schwerpunkte der Fragen an das nationale REACH-CLP-Helpdesk
• Bedeutung und praktische Entwicklung der Marktüberwachung in der EU
• Erwartungen an das Sicherheitsdatenblatt als Instrument der Gefahrenkommunikation

Evaluation
Die Evaluation, also die Bewertung durch die ECHA, konzentriert sich im wesentlichen auf drei Bereiche: den formalen Compliance-Check, die vom Registranten übermittelten Studienergebnisse sowie die Stoffbewertung als solche. Hier wird untersucht, ob der betroffene Stoff ein Risiko für Mensch oder Umwelt darstellt. So kann es vorkommen, dass Registranten zur Ergänzung weiterreichender Unterlagen aufgefordert werden. Umgekehrt berichtet die ECHA jährlich im Frühjahr über die Fortschritte, die bei der Bewertung von Chemikalien erzielt werden. Die ECHA soll darin insbesondere Empfehlungen an potenzielle Registranten zur Verbesserung der Qualität künftiger Registrierungsdossiers aussprechen.
Unternehmen treten also auch bei der Evaluation – dem E von REACH – in den Dialog mit der Behörde. Sorgfältige Vorbereitung und präzise Kommunikation sind unabdingbar.

Die Seminarteilnehmer werden hier für die Dos and Don’ts sensibilisiert, die im Informationsaustausch mit den maßgeblichen nationalen Behörden sowie der ECHA zu beachten sind. Hier sollen v.a. gezeigt werden, was Registranten im Rahmen der Vorfeld zu berücksichtigen haben und welche Informationen insbesondere mit Blick auf die Gefahren- und Risikobewertung generiert werden müssen.
• Formale Kriterien: der Compliance-Check
• Studien und die relevanten Ergebnisse
• Status quo zu Tierversuchen
• Stoffbewertung durch die ECHA
• Umgang mit konkreten Informationsforderungen durch die ECHA
• Dos and Don’ts in der Kommunikation mit Behörden
• Der Annual Report der ECHA nach Art. 54 zur Evaluation: Welche Erkenntnisse kann die Industrie gewinnen?

Authorisation
Mit Fortschreiten der in der REACH-Verordnung definierten Fristen hat die Zulassung – das A für Auhorisation – erheblich an Bedeutung gewonnen. Das Zulassungsverfahren soll sicherstellen, dass die von SVHCs (Substances of Very High Concern), also den besonders besorgniserregenden Stoffen verursachten Risiken identifiziert und ausreichend beherrscht werden. Langfristig ist hier das Ziel, die entsprechenden Stoffe durch Alternativen mit geringerem Risikoprofil zu ersetzen. Die Kriterien für SVHCs sind bekannt: Es handelt sich um Stoffe, die als karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch bzw. persistent, bioakkumulierbar und toxisch (PBT) oder sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (vPvB) eingestuft werden. In mehreren Schritten können diese Stoffe zunächst auf die sogenannte Kandidatenliste aufgenommen und anschließend zulassungspflichtig werden. Sie dürfen dann nicht mehr oder nur eingeschränkt in Verkehr gebracht und verwendet werden. Für diese Stoffe sind also aufwändige Zulassungen durch entweder den Hersteller, den Importeur oder den nachgeschalteten Anwender zu beantragen. Hier wiederum setzen sich die Teilnehmer des Seminars mit den beiden Wegen auseinander, die die REACH-Verordnung skizziert: einmal dem Nachweis, dass die Risiken ausreichend beherrscht werden; zum anderen durch eine sozioökonomische Analyse zum Nachweis, dass die Vorteile des verwendeten Stoffes die Risiken überwiegen und keine tauglichen Alternativen verfügbar sind.
• Kandidatenstoffe
   - Anhang XIV
   - Anhang XVII
• Elemente des Zulassungsantrags
   - Stoffsicherheitsbericht
   - Analyse von Alternativen
   - Darstellung der sozioökonomischen Analyse
• Behördliche Vorgehensweise im Zulassungsverfahren
   - RAC und SEAC
• Kommentierungsmöglichkeiten durch den Antragsteller
• Umgang mit Beschränkungen

REACH: Kommunikation in der Wertschöpfungskette Zum Abschluss des Seminars sollen die bisher erarbeiteten kritischen Punkte auf ihre Implikationen innerhalb der Wertschöpfungskette diskutiert werden. Hier schlägt das Seminar den Bogen von den Rohstoffen und den Lieferanten über die Hersteller und nachgeschalteten Anwender exemplarisch zu Erzeugnissen und dem Verbraucher. Anhand von weiteren Unterthemen wird REACH in einen umfassenderen Kontext gestellt: Was sind die Schnittstellen mit den Wirtschaftsräumen außerhalb der EU? Welche verlässlichen Aussagen lassen sich zum Brexit treffen?

Kommunikation unter REACH
• Kommunikationspflichten up- und downstream
• Akteure unter REACH
   - Anwender
   - Hersteller von Erzeugnissen
   - Verbraucher
• Das erweiterte Sicherheitsdatenblatt als das zentrale Instrument zur Kommunikation
• REACH und seine Grenzen
   - Lieferbeziehungen von und nach Non-EU
   - Brexit
• Chemikalienregulierung außerhalb der EU: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zeitlicher Ablauf
Tag 1:
08.30 Empfang mit Kaffee und Tee, Ausgabe der Unterlagen
09.00 Beginn, 17.00 Ende
Tag 2:
08.30 Beginn, 16.00 Ende des Seminars

Die Zeiten für Kaffeepausen und Mittagessen werden an den einzelnen Tagen flexibel festgelegt.

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