GHS-Manager
11. bis 13. Juni 2012, Köln
Intro / Anmeldung / Agenda / Seminarleitung / Veranstaltungsorte
Agenda
Seminarzeiten
Tag 1: 09:00 - 17:00 (Registrierung ab 08:30)
Tag 2: 09:00 - 17:00
Tag 3: 09:00 - 16:00
(Die Zeiten für Kaffeepausen und Mittagessen werden an den einzelnen Tagen flexibel festgelegt.)
1. Tag
Unter der Leitung von Dr. Sabine Darschnik, BAuA
Den Auftakt des Seminars bildet der Stand der Entwicklungen bei der Einführung des GHS-Systems zur Harmonisierung der Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Die aktuelle Situation wird sowohl in den globalen Kontext als auch in die nationalen Vorschriften eingeordnet. Im Mittelpunkt stehen die praktischen Implikationen bei der Umstellung von dem bisherigen Regelwerk auf die neue CLP-Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen. Als Leitfaden für die Umsetzung in die Praxis werden die zentralen Anforderungen der Verordnung herausgefiltert. Daneben wird dargestellt, welche Aspekte durch die zuständigen Organisationen und Behörden noch nicht abschließend geklärt sind. In diesem Kontext erarbeiten die Teilnehmer am ersten Seminartag vertiefte praxisnahe Kenntnisse zur CLP-Verordnung, die es ermöglichen, regelungskonforme Lösungen für die anstehenden Aufgaben zu entwickeln. Dabei wird auch ausführlich auf die verschiedenen Stolpersteine eingegangen, die im jeweiligen Zusammenhang zu beachten sind.
Entwicklungen der GHS-Implementierung, aktueller Sachstand
- Welche Absichten verfolgen die UN mit der Implementierung von GHS?
- Implementierung in der EU
- Der Building Block Approach
- Anpassung an den technischen Fortschritt
- Bestehende Inkonsistenzen und mögliche Korrekturen - Übersicht über die CLP-Verordnung
- Relevante Fristen für die Umsetzung
- Zuständigkeiten der Organisationen und Behörden
- Wo findet man Unterstützung (Rechtstexte, Leitfäden, FAQ, Anfragen)?
Die Implikationen der CLP-Verordnung im Kontext des Chemikalienrechts
- Abzulösende Richtlinien für Stoffe (67/548/EWG) und Zubereitungen (1999/45/EG)
- Rechte und Pflichten für Hersteller von Chemikalien und nachgeschaltete Anwender
- Übersicht über die neuen Elemente der Gefahrstoffinformation: Gefahrenklassen, Gefahrenkategorien, Differenzierungen, Piktogramme, Signalwörter, Gefahrenhinweise, Sicherheitshinweise, zusätzliche Kennzeichnung
- Neue Einstufungskriterien für physikalische Gefahren, Gesundheits- und Umweltgefahren
- Übergangsfristen bei Einstufung und Kennzeichnung
- Übergangsfristen für Lagerbestände sowie Kriterien zur Anwendung
- Sonderfälle bei der Kennzeichnung und Verpackung bestimmter Stoffe und Gemische
- Stofflisten zu Einstufung und Kennzeichnung
Stolpersteine in der Umsetzung
- Die Entwicklung bei der Anpassung nationaler Regelungen an die neue Rechtslage
- Verwandte Rechtsbereiche: Chemikalienrecht, REACH, Transportrecht (Gefahrgut)
- Wechselseitige Implikationen
- Konsequenzen für nachgeschaltete Anwender und Hersteller von Erzeugnissen
- Problemschwerpunkte aus den Fragen an das Helpdesk bei der BAuA
- Die Auswirkung von Kriterienänderungen am Beispiel der akuten Toxizität
- Gemische als 'reizendes Thema'
- Änderungen bei der Selbst- und Legaleinstufung
2. Tag
Unter der Leitung von Dr. Eva Keßler, 3M Europe
Der Schwerpunkt liegt auf praktischen Übungen zur Umsetzung der neuen Vorschrift. Mit dem regulatorischen Rahmen sowie den abzuleitenden Rechten und Pflichten als Grundlage wendet sich das Seminar zunächst den konkreten Maßnahmen zu, die in der Praxis erforderlich sind. Ein Schwerpunkt ist dabei die Einstufung: Wie ist im konkreten Fall bei der Einstufung von Stoffen und Gemischen vorzugehen? Welche Unterschiede gibt es zum heutigen Recht, und welche Daten werden für die Einstufung benötigt? Daraus leitet sich ein weiteres Thema des Tages ab: Wie bereitet man die Einstufung von Gemischen am besten vor, so dass alle erforderlichen Daten vorliegen. Für welche Gefahrenklassen werden Testdaten benötigt? Und wo gibt es Berechnungen oder Konzentrationsgrenzen?
Praktische Umsetzung von GHS bei der Einstufung
- Gefahrenklassen im Überblick: Struktur und Aufbau
- Generelle Vorgehensweise für die Einstufung
- Neuerungen und Änderungen unter CLP: Anwendungsbereich und Grenzen der Übersetzungstabelle
- Ergänzende Gefahrenmerkmale: Welche sind zu beachten?
- Unterschiede zu den heutigen Gefahrenklassen
- Änderungsverordnungen - wie sind diese zu berücksichtigen?
Allgemeine Strategie und Vorgehensweise bei der Einstufung von Gemischen
- Wie sind Stoffe und Gemische nach GHS definiert?
- Vorgehensweise für die Einstufung von Stoffen und Gemischen
- Basiselemente für die Einstufung: Prüfdaten, Übertragungsprinzipien, konventionelle Methoden, Expertenbewertung
- Welches sind die geeigneten Bewertungsverfahren für Gemische?
- Praktische Übungen zur Klassifizierung von Stoffen und Gemischen für physikalische Gefahren, Gesundheits- und Umweltgefahren
- Zusammenfassung der Unterschiede zu bisherigen Einstufungskriterien
- Leitfaden der ECHA
Notifizierung von Stoffen, wie geht es jetzt weiter? Änderungsmanagement für Stoffe
- Das bereits angedeutete Thema der Gefahrstoffkommunikation wird aufgenommen und nun in einzelnen Aspekten vertieft; hier werden beispielsweise die erforderlichen Inhalte für das Safety Data Sheet und damit auch denkbare Synergien mit REACH-Projekten behandelt. Schließlich werden die erforderlichen Inhalte und ihre Anordnung für Etiketten anhand der berechneten Beispiele des Vortrages analysiert.
Grundzüge aktueller und künftiger Gefahrenkommunikation
- Gefahrstoffetikett und Sicherheitsdatenblatt als Elemente der Gefahrenkommunikation
- Die abzulösenden Kernelemente der bisherigen Gefahrstoffkommunikation
- Rechte und Pflichten innerhalb der Lieferkette und Implikationen für den Prozessfluss
- Erfassung, Abbildung und Kommunikation von Risiken
- Definition von Risiko als Resultat aus Gefahr und Exposition
- Gefahrstoffinformation über das Sicherheitsdatenblatt: Änderungen im Sicherheitsdatenblatt und erforderliche Inhalte
- Hilfestellungen der ECHA
- Implikationen des GHS für nachgeschaltete Anwender
Praktische Umsetzung bei der Kennzeichnung von Chemikalien
- Gefährdungssymbole und Statements: Was ändert sich?
- Gefahrstoffkommunikation mit Lieferanten und Kunden auf Basis neuer Piktogramme
- Erforderliche Inhalte eines Etiketts
3. Tag
Unter der Leitung von Dr. Eva Keßler, 3M Europe
Die Anforderungen sind an den beiden ersten Tagen sorgfältig definiert worden. Zum Auftakt des dritten Tages wird sich das Seminar dem Sicherheitsdatenblatt als dem zentralen Element zur Kommunikation in der Lieferkette zuwenden. Weiterhin werden die bisherigen Erkenntnisse mit Blick auf die Umsetzung im Unternehmen zusammengeführt. Mit Blick auf bestehende Vorgaben, die seit 2010 gelten und deren Umsetzung mittlerweile durch Überwachungsbehörden geprüft werden, soll Organisatorisches behandelt werden: die Abstimmung mit und Schulung von Schnittstellen, die sowohl innerhalb des Unternehmens als auch extern involviert sind und ihrerseits im Prozess der Umsetzung stehen; das IT-gestützte Datenmanagement, das teilweise Kontinente umspannt; die Berührungspunkte, die GHS mit dem Transportwesen aufweist; und ebenso erste Erfahrungen der Industrie mit behördlichen Überwachungsmaßnahmen.
Kommunikation über das Sicherheitsdatenblatt
- Der neue Leitfaden der ECHA: Neue Inhalte und geänderte Inhalte
- Praktische Übungen zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern
- Möglichkeiten für die Umstellung auf das neue Kennzeichnungssystem
- Erfahrungen mit dem neuen Kennzeichnungssystem: Wo liegen die Problembereiche?
Anwendungsbereiche für Kennzeichnungs- und Verpackungsvorschriften
- Übersicht über Ausnahmen zur Kennzeichnung
- Ausnahmen von den Kennzeichnungs- und Verpackungsvorschriften
- Kennzeichnung nach Gefahrgut und GHS (Art. 33)
Projektmanagement für die Umsetzung von GHS
- Betroffene Bereiche innerhalb der Industrie im Fokus
- Erwartungen der nachgeschalteten Anwender an gelieferte Ware
- Konzeption einer effizienten Vorgehensweise
- Erforderliche Ressourcen für die Umsetzung von GHS: Personal, finanzielle Mittel, Betriebsmittel
- Wie können Unternehmen mit länderspezifisch abweichenden Arten der Umsetzung von GHS umgehen?
- Vorgehensweise bei der Produktidentifikation
- Kostenfallen und Stolpersteine in GHS-Projekten
- Management of Change
- Wie ist mit Änderungen in der CLP-Verordnung umzugehen
(2. ATP zu CLP)?
- Anhang II zur REACH-Verordnung und Leitfaden der ECHA
- Wie sind neue Stoffe für die Notifizierung zu erfassen?
Abstimmung mit externen und internen Schnittstellen
- Integration unternehmensinterner Abteilungen in GHS-Projekte
- Erforderliche Schulungsmaßnahmen im Unternehmen
- Abstimmung der erforderlichen Maßnahmen mit weiteren in- und ausländischen Standorten
- Kommunikation innerhalb der Supply Chain: Lieferanten, Kunden
IT-gestütztes Datenmanagement rund um GHS
- Relevante Informationen für das Safety Data Sheet
- Welche Basisdaten müssen verfügbar sein?
- Welche Daten müssen aufgrund der Dokumentationspflicht unter GHS erfasst und aufbewahrt werden?
- Wie können Synergien mit REACH systematisch genutzt werden?
- Erforderliche Maßnahmen in IT und Datenmanagement
- Prozesse mit Potenzial für IT-gestützte Automatisierung
GHS im Transportwesen
- Was ändert sich bei den einzelnen Verkehrsträgern?
- Darstellung der Transportdaten im Sicherheitsdatenblatt
- Welche Daten sind für welches Verkehrsmittel erforderlich?
- Harmonisierung vs. regionale Spezifika im Transportwesen: Europa, USA und Asien im Vergleich
- Zu beachtende Fristen für die Industrie
